Alphabetisierung

Im Primarbereich

Eine besonders wichtige Rolle nimmt der Lese- und Schreiblehrgang in den ersten beiden Schuljahren ein. In den Lerngruppen befinden sich sowohl Kinder, die bereits zu Schulbeginn lesen und schreiben können als auch solche, die bisher noch gar keine Erfahrung mit Stiften und Büchern sammeln konnten. Auch die Kompetenzen in Deutsch als Zweitsprache sind in diesem Zusammenhang von großer Relevanz.

Für die Gestaltung offener Lernkonzepte ist es wichtig zu beachten, welche Schritte das Sprachlernen erleichtern können. Diese sollten lehrgangsartig für kleinere Gruppen, die einen allzu großen Freiraum und Selbstständigkeit noch nicht umsetzen können, vorgehalten werden.

Anfangs muss überlegt werden, nach welcher Methode die jeweilige Lerngruppe optimal gefördert werden kann. Die Lerngruppen sind oft so heterogen zusammengesetzt, dass nicht nach einem bestimmten Lehrwerk oder einem einzigen Konzept alphabetisiert werden kann, weil die Lernausgangslage sich je nach Vorerfahrungen sehr unterschiedlich darstellt. Eine strukturierte Vorgehensweise erleichtert zwar den Schriftspracherwerb, die individuellen Ausgangslagen müssen jedoch auch berücksichtigt werden.

Im Sekundarbereich

Auch im Sekundarbereich I werden Kinder und Jugendliche eingeschult, die bisher keine Schule besucht haben und wenig bis gar nicht lesen und schreiben können. Für Lehrkräfte in Sprachlernklassen oder Förderkursen stellt dies eine erhebliche Herausforderung dar, da für diese Zielgruppe ganz eigene Konzepte und Materialien gefunden werden müssen. Die Konfrontation dieser Schülerinnen und Schüler mit der Alphabetisierung und dem System Schule bedeutet auch eine psychische Belastung, da sie sich in mehrfacher Hinsicht ausgegrenzt fühlen und die Kommunikation ohnehin schon schwierig ist. Der gemeinsame Unterricht mit Gleichaltrigen hat somit eine wichtige integrative Funktion, verlangt aber auch eine geschickte Differenzierung des Unterrichtsstoffs. Der Lernzuwachs dieser Zielgruppe ist kleinschrittiger und erfordert von Lernenden wie Lehrenden eine gewisse Frustrationstoleranz.

Mögliche Vorgehensweisen

Für den Aufbau der grundlegenden Laut-Buchstabenbeziehungen in der deutschen Sprache und die automatisierte Lesefähigkeit ist es günstig, eine Reihenfolge der Buchstabeneinführung vom Einfachen zum Schwierigen, vom Häufigen zum Seltenen zu berücksichtigen. Die Markierung von Sprechsilben und der Beginn mit Wörtern einfacher Struktur können für Kinder mit nichtausreichenden Sprachkenntnissen und mit Lernbeeinträchtigungen hilfreich sein. Anlauttabellen sollten durch Anlautbilder in der jeweiligen Herkunftssprache ergänzt werden.

Weiterführende Informationen rund um das Thema Alphabetisierung finden Sie in der rechten Spalte.

 

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