Fachtagungen Neo-Salafismus, Islamismus und Islamfeindlichkeit in der Schule

Was kann unsere Schule dagegen tun?

Neo-Salafismus, Islamismus, Dschihadismus, „Islamischer Staat“ - und auf der anderen Seite „Pegida“ und Islamfeindlichkeit - dies sind in den vergangenen Jahren Begriffe des Alltags geworden, mit denen wir uns immer häufiger auch an unseren Schulen auseinandersetzen müssen. Berichte über Jugendliche, die sich religiös zu radikalisieren scheinen oder sich sogar der Terrormiliz des sogenannten „Islamischen Staats“ angeschlossen haben sollen, sorgen für Verunsicherung. Dies kann auch zugleich die Herausbildung islamfeindlicher Einstellungen befördern.

Die Fachtagungen wollen diesen Phänomenen auf den Grund gehen: Wie kommt es zu Prozessen der Radikalisierung? Und woher kommt auf der anderen Seite die Islamfeindlichkeit? Wie kann man beides verhindern?

Sie suchen Antworten auf brennende Fragen: Wie soll die Schule hierauf reagieren? Wie kann man der Radikalisierung und der Feindseligkeit in der alltäglichen pädagogischen Arbeit begegnen und vorbeugen? Wie lassen sich Unterricht und Schulkultur gestalten, damit alle gleichberechtigt Anerkennung und Teilhabe erfahren können?

Die Fachtagungen liefern zum einen Informationen und Analysen. Zum anderen werden Beispiele für eine gelingende, antirassistische, diversitätsbewusste und nicht-ausgrenzende demokratische Schulkultur vorgestellt und diskutiert.

Die Fachtagungen richten sich an Lehrkräfte, Beratungslehrkräfte, Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter, Schulpsychologinnen und Schulpsychologen, sowie Schülerinnen und Schüler ab Klasse 10.


Fachtagung 2017: „Gegen Neo-Salafismus und Muslimfeindlichkeit – Wie kann Schule präventiv wirken?“ in Hannover eröffnet. Kultusminister Tonne: „Die Schule der Vielfalt ist unsere Antwort auf radikale Ideologien“

Bei der Islamismus-Prävention spielen Lehrer und Schulsozialarbeiter eine zentrale Rolle, sagt Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne. Schule sei ein ganz wichtiger Ort, um der Radikalisierung von Kindern und Jugendlichen vorzubeugen. Man müsse den Schülern Wertschätzung vermitteln und sie anleiten, Vorgänge kritisch zu hinterfragen. Mit der neuen Broschüre will das Ministerium die Lehrkräfte für die Themen Neo-Salafismus, Islamismus, aber auch Muslimfeindlichkeit sensibilisieren. Währenddessen ist die Zahl der Salafisten bundesweit mit 10 800 auf ein Allzeithoch gestiegen, sagt der Verfassungsschutz, auch in Niedersachsen ist die Zahl von 330 auf rund 800 in fünf Jahren gestiegen. Darüber haben in Hannover rund 150 Lehrkräfte, Sozialarbeiter und Psychologen gesprochen. Einige davon kommen in dieser Sendung zu Wort. Die Leiterin der Bundeskoordination von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, Sanem Kleff, weiß, dass „Kinder und Jugendliche, denen ein stabiles Selbstwertgefühl fehlt, besonders empfänglich für Ideologien der Ungleichwertigkeit wie Islamismus sind“. In Niedersachsen sind knapp 300 Schulen dem Netzwerk angeschlossen. Vom Verfassungsschutz, der Kompetenzstelle Islamismusprävention Niedersachsen bis zum Institut für Islamische Theologie an der Universität Osnabrück. „Natürlich kann Schule nicht alles“, sagte Michael Kiefer vom Institut. Allerdings kann die Schule den Prozess der Radikalisierung stoppen, indem sie den Bildungserfolg von Jugendlichen sicherstellt. Es sei auch wichtig, Mitschüler zu sensibilisieren und unbedingt für Betroffene von außen Hilfe zu holen.


 

Save the date:
Die nächste Fachtagung "Schulen gegen Radikalisierung" wird am 27. September 2018 in Hannover stattfinden!

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Die bisherigen Fachtagungen

Neo-Salafismus, Islamismus und Islamfeindlichkeit in der Schule

Handreichung für Lehrkräfte, Schullleitungen und pädagogische Fachkräfte (Nds. Kultusministerium 2017)

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