Räumliche Orientierung


Der Unterricht in Erdkunde soll die grundsätzliche Zielsetzung raumverantwortlichen Handelns durch überprüfbare Kompetenzen erfüllen, die miteinander verflochten sind:
Hierbei kommt der Räumlichen Orientierung eine doppelte Kompetenzfunktion zu: Sie ist zum einen prozessbezogen ausgerichtet, wenn sie Instrumentarien und Zugriffe für das Sich-Zurecht-Finden im Raum ansteuert, und sie ist prägend für vernetzendes Denken. Zum anderen ist sie eine Kompetenz des Fachwissens, wenn sie – wie kein anderes Schulfach – Inhalte raumbezogener Ordnung und raumprägender Prozesse anbietet. In dieser Weise sind Fachwissen und Räumliche Orientierung als inhaltsbezogene Kompetenzbereiche Grundlage raumverantwortlichen Handelns. Deren Verfügbarkeit wird durch die Verbindung mit den prozessbezogenen Kompetenzen erreicht. Das heißt, Erkenntnisgewinnung erfolgt durch Methoden, Erkenntnissicherung erfolgt durch Kommunikation, Erkenntnistiefe erfolgt durch Bewertung und Beurteilung.

Räumliche Orientierung bedeutet nicht nur ein Sich-Zurechtfinden im Raum, wie es in den inhaltsbezogenen Kompetenzen zum Ausdruck kommt, sondern stellt eine Entwicklung dar, bei der die Schülerinnen und Schüler durch folgende in den Doppeljahrgängen vorherrschende Teilprozesse Raumkompetenz erwerben:
SJg. 5/6: Raumwahrnehmung – Raumkenntnis
SJg. 7/8: Raumerklärung – Raumerfassung
SJg. 9/10: Raumbewertung – Raumbewusstsein – Raumverantwortung

 

– Kenntnis grundlegender topografischer Wissensbestände
Die Schülerinnen und Schüler …
o verfügen auf den unterschiedlichen Maßstabsebenen über ein basales Orientierungswissen (z. B. Name und Lage der Kontinente und Ozeane, der großen Gebirgszüge der Erde, der einzelnen Bundesländer, von großen europäischen Städten und Flüssen),
o kennen grundlegende räumliche Orientierungsraster und Ordnungssysteme (z. B. das Grad-netz, die Klima- und Landschaftszonen der Erde, Regionen unterschiedlichen Entwicklungsstandes).
– Kompetenz zur Einordnung geografischer Objekte und Sachverhalte in räumliche Ordnungssysteme
Die Schülerinnen und Schüler …
o beschreiben die Lage eines Ortes und anderer geografischer Objekte sowie Sachverhalte in Beziehung zu weiteren geografischen Bezugseinheiten (z. B. Flüsse, Gebirge),
o beschreiben die Lage geografischer Objekte in Bezug auf ausgewählte räumliche Orientie-rungsraster und Ordnungssysteme (z. B. Lage im Gradnetz).
– Kompetenz zur Orientierung in Realräumen
Die Schülerinnen und Schüler …
o bestimmen mithilfe einer Karte und anderer Orientierungshilfen (z. B. natürliche Gegebenhei-ten, Sonnenstand, Himmelsrichtungen, Straßennamen, Kompass, GPS) ihren Standort im Realraum,
o beschreiben anhand einer Karte eine Wegstrecke im Realraum,
o orientieren sich mithilfe schematischer Darstellungen (z. B. Verkehrsnetze).
– Kompetenz zur differenzierten Raumwahrnehmung und -konstruktion
Die Schülerinnen und Schüler …
o erläutern, dass Räume stets selektiv und subjektiv wahrgenommen werden,
o erläutern, dass Raumdarstellungen stets konstruiert sind (z. B. anamorphe Karten).

Ausgewähltes Material zu:

Erdkunde, Globale Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, Orientierung im Raum, Räumliche Orientierung, Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

 

Letzte Änderung: 13.07.2019

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